Tschernobyl, 26. April 1986 00:05 Uhr
Die Reaktorleistung wird auf 120MW abgesenkt. Das ist die planmäßige Leistung für das Experiment. Darf nicht weiter absinken, da der Reaktor sonst instabil werden könnte.
00:28 Uhr
Die Kontrolle wird von der lokalen Aufsicht an die globale Aufsicht übergeben. Ungeklärtes Absinken der Leistung auf 30MW. Unmöglich, den Reaktor wieder auf den Level von 30% zu bringen. Gefahr durch Xenonvergiftung zu hoch, Kühlsystem arbeitet zu schwach, Graphit ist zu sehr abgekühlt.
00:36 Uhr
Unmöglich, die Steuerung des Dampfblasengehalts unter Kontrolle zu bringen. Einer der Steuermechanismen außer Betrieb; jedoch sollte es trotzdem sicher genug sein.
00:49 Uhr
Sicherheitsstäbe beider Turbogeneratoren ausgeschaltet, das Experiment kann nun planmäßig stattfinden.
01:03
Reaktorleistung auf 200MW angehoben und stabilisiert. Hauptkühlpumpe Nr.7 eingeschaltet. Das Experiment wird planmäßig fortgesetzt.
01:07 Uhr
Hauptkühlpumpe Nr.8 eingeschaltet. Kühlwasserdurchfluss über den erlaubten Werten. Absinken des Dampfblasengehalts, mehr Stäbe müssen entfernt werden. Leistung zu gering, hydraulische Widerstände des Hauptkühlkreises zu schwach, Kühlwasserdurchfluss steigt über das Sicherheitslimit. Dampfblasengehalt im Kern sinkt, Relativität sinkt. Weitere Stäbe müssen entfernt werden.
Gefahr, Kühlkanäle sind mit Wasser gefüllt, Wasser nahe an der Sättigugnstemperatur. Sollten sich Temperatur oder Druck ändern, werden die Dampfblasen eine positive Reaktivität erzeugen.
Die meisten Stäbe sind aus dem Kern genommen worden, die Relativität der Dampfblasen kann nicht mehr aufgehalten werden.
01:22:30 Uhr
Computer berechnet die Anzahl der benötigten Stäbe, um den Betrieb stabil zu halten. Geschätzte Zeit für Ergebnisse: 15 Minuten, zu lange ...
01:23:04 Uhr
Turbine angehalten, Ventile geschlossen. Alle vier Pumpen schalten sich ab. Dampfblasendruck kritisch.
01:23:40 Uhr
Schichtleiter drückt Notausschalter. Keine Auswirkungen.
01:23:43 Uhr
Reaktor kritisch. Alarmsignale für zu hohen Leistungsanstieg gehen an, Leistung nun über 530MW.
01:24 Uhr
Schwere Erschütterungen; Reaktorsteuerung und Schutzsystemstäbe funktionieren nicht mehr. Zu große Hitze, Stäbe deformiert und festgeklemmt, Leistungsminimum zur Abschaltung kann nicht erreicht werden; Energieabschaltkupplung außer Betrieb.
Dampfexplosionen hebt Reaktordach an, einströmender Sauerstoff zündet das Graphit. Reaktor verloren. Riesige Wolke über dem Komplex; sie glüht. Metallischer Geschmack in meinem Mund, tausende von Nadeln auf meiner Haut ...
Anonymes Tagebuch
von Liquidatoren bei Aufräumarbeiten nach der Katastrophe vor Ort gefunden.
Die Reaktorleistung wird auf 120MW abgesenkt. Das ist die planmäßige Leistung für das Experiment. Darf nicht weiter absinken, da der Reaktor sonst instabil werden könnte.
00:28 Uhr
Die Kontrolle wird von der lokalen Aufsicht an die globale Aufsicht übergeben. Ungeklärtes Absinken der Leistung auf 30MW. Unmöglich, den Reaktor wieder auf den Level von 30% zu bringen. Gefahr durch Xenonvergiftung zu hoch, Kühlsystem arbeitet zu schwach, Graphit ist zu sehr abgekühlt.
00:36 Uhr
Unmöglich, die Steuerung des Dampfblasengehalts unter Kontrolle zu bringen. Einer der Steuermechanismen außer Betrieb; jedoch sollte es trotzdem sicher genug sein.
00:49 Uhr
Sicherheitsstäbe beider Turbogeneratoren ausgeschaltet, das Experiment kann nun planmäßig stattfinden.
01:03
Reaktorleistung auf 200MW angehoben und stabilisiert. Hauptkühlpumpe Nr.7 eingeschaltet. Das Experiment wird planmäßig fortgesetzt.
01:07 Uhr
Hauptkühlpumpe Nr.8 eingeschaltet. Kühlwasserdurchfluss über den erlaubten Werten. Absinken des Dampfblasengehalts, mehr Stäbe müssen entfernt werden. Leistung zu gering, hydraulische Widerstände des Hauptkühlkreises zu schwach, Kühlwasserdurchfluss steigt über das Sicherheitslimit. Dampfblasengehalt im Kern sinkt, Relativität sinkt. Weitere Stäbe müssen entfernt werden.
Gefahr, Kühlkanäle sind mit Wasser gefüllt, Wasser nahe an der Sättigugnstemperatur. Sollten sich Temperatur oder Druck ändern, werden die Dampfblasen eine positive Reaktivität erzeugen.
Die meisten Stäbe sind aus dem Kern genommen worden, die Relativität der Dampfblasen kann nicht mehr aufgehalten werden.
01:22:30 Uhr
Computer berechnet die Anzahl der benötigten Stäbe, um den Betrieb stabil zu halten. Geschätzte Zeit für Ergebnisse: 15 Minuten, zu lange ...
01:23:04 Uhr
Turbine angehalten, Ventile geschlossen. Alle vier Pumpen schalten sich ab. Dampfblasendruck kritisch.
01:23:40 Uhr
Schichtleiter drückt Notausschalter. Keine Auswirkungen.
01:23:43 Uhr
Reaktor kritisch. Alarmsignale für zu hohen Leistungsanstieg gehen an, Leistung nun über 530MW.
01:24 Uhr
Schwere Erschütterungen; Reaktorsteuerung und Schutzsystemstäbe funktionieren nicht mehr. Zu große Hitze, Stäbe deformiert und festgeklemmt, Leistungsminimum zur Abschaltung kann nicht erreicht werden; Energieabschaltkupplung außer Betrieb.
Dampfexplosionen hebt Reaktordach an, einströmender Sauerstoff zündet das Graphit. Reaktor verloren. Riesige Wolke über dem Komplex; sie glüht. Metallischer Geschmack in meinem Mund, tausende von Nadeln auf meiner Haut ...
Anonymes Tagebuch
von Liquidatoren bei Aufräumarbeiten nach der Katastrophe vor Ort gefunden.








